DIE GEGEND UM XERO

Ausstellung/exhibition im Palais Thurn und Taxis, Bregenz
16. Januar – 14. Februar 2016

Teilnehmende Künstlerinnen/participating artists: Jessica Crisp, Pirmin Hagen, Severin Hagen, Christine Katscher, Sebastian Koch, Matthias Peyker, Bronwen Sleigh

Die Gruppenausstellung »Die Gegend um Xero« konstruiert eine Kunstlandschaft, eine künstlerische Umgebung. Sie führt sieben Künstler und Künstlerinnen zusammen deren durchwegs unterschiedliche Positionen eine breite Schnittmenge aufweisen die sie als Bewohner einer Region ausweisen – obwohl ihre Herkunfts- und Wohnorte soweit auseinander liegen wie Edinburgh, Glasgow, Wien, Voarlberg und Kärnten.

Üblicherweise stellt man sich unter einer Gegend einen physischen Ort vor. Über Grenzen oder größenmäßige Ausdehnung dieses Ortes sagt uns der Begriff jedoch nichts. Um zu wissen wo eine Gegend in etwa liegen könnte werden zusätzliche Informationen benötigt. Wie es der Titel andeutet beschreibt die Gruppenschau eine Gegend die um Xero liegen soll. Nun ist dieses Xero aber weder als physischer Ort zu finden noch entspringt er antiken Mythen oder obskuren Künstlerfantasien. Nein, er leitet sich von einer Herstellermarke von Druckmaschinen ab, die in nahezu jedem Büro zu finden sind. Xero steht für das Kopiergerät. Und wie der Kopierer im Titel als Stellvertreter für alle möglichen grafischen Drucktechniken steht, repräsentieren die sieben Künstlerinnen und Künstler einen Umgang mit diesen, der sich von der Reproduktion weitgehend verabschiedet hat. Vielmehr nutzen sie die formalen Eigenheiten der jeweiligen Techniken um daraus neue Werke zu entwickeln. Die eingesetzten Druckformen reichen dabei von Hoch- und Tiefdruck und der Lithografie bis zum Einsatz von Kopiergräten und Digitaldruck. Neben dem Interesse an der produktiven Verwendung druckgrafischer Techniken teilen die Sieben ein spezielles Verhältnis zum Raum. Als zweites zentrales Wesensmerkmal sind Räume und Landschaften (also Gegenden) immer wieder Ausgangspunkt der künstlerischen Reflexion und endet nicht selten in skulpturalen und raumbezogenen Arbeiten.

Pro Raum stehen sich die Arbeiten von jeweils zwei Künstlerinnen gegenüber. Den feinen Zeichnungen und Drucken von Christine Katscher deren Ausgangspunkte oft genaue Naturbeobachtungen etwa von Wasseroberflächen oder Studien von Architekturfassaden sind, stehen die Grafiken von Jessica Crisp gegenüber, in denen sich Innenräume in einem hellen Licht aufzulösen scheinen.
Pirmin Hagen zeigt seine fragmentarisch anmutenden Papierarbeiten, die er zum gleichen Teil aus genauen Beobachtungen wie aus den spezifischen Eigenschaften der verwendeten Materialien entwickelt neben Matthias Peyker, der mit seinem Werk seinerseits eine Fragmentierung des Raums bewirkt.
Neben formalen Ähnlichkeiten teilen Bronwen Sleigh und Sebastian Koch vor allem das Interesse ihre zweidimensionalen, grafischen Arbeiten in eine skulpturale Form zu bringen. Die feinen, aus Fäden und dünnen Holzleisten konstruierten Skulpturen von Bronwen Sleigh stehen dabei im Spannungsverhältnis zu Kochs oft großformatigen Arbeiten die er aus Kopierfehlern entwickelt und mit Laserplottern vergrößert.
Nur die Lichtinstallation von Severin Hagen, der dafür auf Papier gedruckte Holzschnitte verwendet befindet sich in einem einzelnen Raum.

The exhibition »The area around Xero« constructs an artistic landscape, bringing together seven artists, whose different positions have a wide intersection, which they show as inhabitants of a region – although their places of origin and residence are as far apart as Edinburgh, Glasgow, Vienna, Vorarlberg and Carinthia.
Usually, an area is a physical place. Although this term does not tell us anything about the boundaries or the size of a place. To know where a region might be located, additional information is needed. The title implies that the group show describes an area around Xero. But Xero is neither to be found as a physical place, nor is it due to ancient myths or obscure artist fantasies. Xero stands for the copying machine, a brand which can be found in every office. Besides this mutual interest and use of printmaking, these artists share an interest for spaces and landscapes (areas), which can be found in each work and often lead to sculptural and space-related works.

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